Wednesday, November 30, 2011

die einsamkeit liegt auf dem ziffernblatt.
es gibt eine stunde, die besteht nur aus einem horchen und aufgerissenen puppenaugen, die ohne den zuklappeffekt dunkelheiten perforieren.
ansonsten wattierte bestandsaufnahme und der versuch, zu atmen.
der unblick hat keinen sinn für die physik, er verbannt menschliche massen auf nebendimensionen und entlarvt die realität als illusionistisches wackelbild.
ich könnte durch wände gehen, würde ich das wollen.

ich will einmal den versprechen glauben und das vertrauen auf das essentielle übertragen, das sonst in schwalbenflügen, getrockneten rosen und dem konvex der katzenaugen liegt.
ich will meinem kopf sagen, was er zu denken hat und dann will ich sagen, was ich denke, damit ich es weiß.
es gibt eine art der zerbrechlichkeit, die sich vor mir erstreckt, kaum, dass ich die lichtung betrete und ab dann ist jeder schritt begleitet von zarten rissen in der kristallschicht.

Sunday, November 13, 2011

knochen.porzellan

rascheln durch brennende herbstlichkeit, das aufstampfen muss noch gelernt werden.
mein blick rastet irgendwo zwischen sehnsucht und fluchtgedanken, weiße spitze weicht meine konturen auf, ist das nicht hübsch.
ich wünsche mich auf eine gerade linie aber bin allzeit zu verlockt von karusselmöglichkeiten und kandiere meine lippen mit zuckerwatte, und meine worte gleich mit, bis meine gedanken nurmehr als pastellene lämmer die stofflichkeit erreichen.
ich empöre mich aber ich will auch nichts kaputtmachen und betrachte das durchscheinde knochenporzellan in der vitrine.
dann schaffe ich platz und setze mich dazu mit puppenlippen und zuckerhals, nur für eine weile.

Monday, November 7, 2011

verbrennen wir uns die finger an der kuscheltierhaftigkeit.
alles ist zu sehr und zu viel und vollkommen perfekt in der weite der weichheit mit bettwärmetopfteetassenklauglühweintränenglück.
rascheln durchs lavalaub und immer wieder entgehen wir der endzeit.
wir kenne verstecke und worte und immer liegst du am ende auf mir und leckst mir das meer vom gesicht.
das darf nie aufhören, hörst du, ich drehe am zahnrad der zeit und gehe auf dem zahnfleisch dessen, was schon gewesen ist.
behutsam auftreten und gelegentlicher krawall.
zwischen uns steht nichts als rosige gegenwart und wir garnieren sie mit zuckerworten und schleifchen.
verlust ist keine angst, sondern eine surrealität, der man sich nicht hingibt, weil dann nur vergeblichkeit wartet.

Wednesday, August 31, 2011

die wellen haben sich gelegt.
der sturm ist über uns hinweggezogen und wo es aus den wolken donnerte, riecht es jetzt nach kritalliner klarheit.
ich blicke auf das wasser, aus dem ich kam. wenn ich einen fuß darauf setzen würde, es würde tragen.
es gibt ein fort von hier, aber jetzt ist salz in der luft und die bettblumen sind warm und ich spüre immer eine haut an mir, die nicht meine ist und doch.
die kindlichkeit liegt in der ständigen berührung, rauhe gitarrenfinger und schlüsselbeine, es ist die immerwährende versicherung der anwesenheit.

Wednesday, August 17, 2011

sommersommarum

der sommer hat sich selbst aufgegeben, ist zumindest unschlüssig und trinkt limonade ohne kohlensäure im stehen.
ich schaue seitlich durch katzenaugen, in deren konvex ich den spieltrieb vermute.
aber lass uns doch aufs dach gehen, da ist luft und klarheit und wir könnten sterne zählen und uns ein leben ohne schwerkraft vorstellen oder nur auf dem rücken liegen, himbeerbonbons essen und uns blenden lassen. vielleicht würde mir nach einiger zeit schwindlig werden vom gefühl nach oben zu stürzen und vielleicht würde ich mich fallenlassen.
die worte kleben im mund und kommen nie weiter als bis zu den schneidezähnen. also sage ich anderes, das schwebt im raum. wir schauen ihm ein bisschen nach, bis es verraucht. schulterzucken. ich fühle mich nicht ernst genommen oder zu ernst, nichts hört auf, ohne gleich wieder zu sein.
ich sammle insektenflügel auf, die schimmern und dann setze ich mich auf den boden, anstatt zu fliegen.

Sunday, July 10, 2011

utopia supernova

die utopie hat uns nicht standgehalten.
wir schwebten im feingwebten netz der unschuld, in dem wir uns frei bewegen konnten, ohne uns je zu weit voneinander zu entfernen.
barfuß erfanden wir spiele und eine sprache, die niemand sonst würde verstehen können, lachten über unsere kindernacktheit und fütterten uns mit den zuckrigen tropfen der sternfänger im morgenpastell.
drei sonnen gingen auf und wir bestaunten sie ohne große verwunderung oder fragen nach der anderen seite.

wir glitzern verschwenderisch und wir sind schön, so schön und wir wirbeln herum und besprenkeln alles mit unserem licht, das niemals erschöpfbar zu sein scheint.

kinderschwüre und erdbeereis, nicht kleckern, ach warum auch nicht, du und ich, du weißt, kannst du meine hand halten.

hängemattend mit erschöpften rosengesichtern rollen wir uns in unser gewebtes sein und in unser zusammen ein, ohne zu wissen, wo es beginnt und wo es endet. wir versichern uns mit aufrichtigen glanzaugen, nie.
alles hat exakt die richtige temperatur und diskokugeln hängen in den scherenschnitten der bäume.

wie zart alles ist. mach genau das, hör nie auf.

wir waren atlantis und reichten über sieben dimensionen, weil wir nichts zurückhielten und uns gegenseitig den weichen bauch darboten. und vanille und lavendel überall, du musst nur die hand ausstrecken.

die unschuld liegt im straßengraben und kotzt.

es gibt scheinbar eine realität, das war nicht klar, und die ist triebtäter.
lass das, du tust mir weh, wo sind wir.

es gab offenbar ein loch im netz.

ich starre mit einem unblick aus mir heraus und habe einen regenbogenlutscher als waffe gegen das bittere, das ausgelaufen ist und teerig an allem klebt.

die alte ordnung zählt nicht mehr, die gesetze werden neu verlesen. von wem.

ich versenge mir die geschmacksnerven mit kaffee von säuregraden und therapiere mich, indem ich klumpen von speichel zum matsch unter mir spucke, die in vergangenheiten glimmern.
wohin denn nun. wenn du da bist, sag was, ich kann dich gar nicht sehen.
halt. war da nicht die ausnahme und waren das nicht wir.
du siehst so verändert aus.
vergissmeinnicht ist opfer der extinktion und es ist doch schade um die erleuchtung, aber vom hund ist es ein weiter weg.

entschuldigung, ihr einhorn kotzt.

ich versuche mich zu drehen und torkle, ich habe die eigene achse verloren, wenn da je so etwas war und dann kotze ich auch.

wenn ein stern stirbt, erstrahlt er für kurze zeit so hell wie eine ganze galaxie. dann vernichtung.
das doppelsternexperiment hatte die besten vorraussetzungen seit langem, die weisen schütteln die köpfe in kahlem unverständnis.


jemand tritt von rechts auf, jemand schaut, jemand kaut auf der unterlippe.
jemand tritt noch einmal nach, die unschuld stöhnt auf.
das dumme ding.

Saturday, April 30, 2011

morgengeometrie


in pfefferminz wache ich auf, das herz ist schon da.
ich erstrecke mich weit ins geblümte und das morgenhell fließt durch die gläserne geometrie der weißen wände. ich lasse es mir durch die finger rinnen.
da ist der himmel auf fingernägeln und draußen. es gilt, entscheidungen zu treffen.
ich entscheide mich für gar nichts oder für die klebrige süße und ein hirschgeweih.
auf, auf, schöner faun, was sagt die astronomie.
ich mache ein geheimnis aus meiner haut und hülle mich in keusche spitze, unter der knistert es vor sehnsucht und eigentlich bin ich nackt.
es ist viertel vor elf. es ist zeit.
träge rühre ich durch himmelskörper und geschenkte sternbilder und ist es nicht schön, wenn gedanken an das eine gesicht das glück sind?
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wir waren umgekehrt, weißt du noch? umgestülpt, ich konnte anatomien sehen und tote materie.
ich war der schrei der supernova und die flucht wollte nicht gelingen, ich habe da diese gegenpoltheorie.
und dann die einfachheit der erkenntnis wie milch für katzenzungen.
es braucht die lichtjahre und die schwarzen löcher, weil nur da die wildnis wuchert und blüten treibt.
ich habe dem verstehen abgeschworen und lebe vom schönen schein und trockenblumen.
führ mich hinters licht, da ist es dunkel.